Herzlich willkommen!
Schön, dass du in meiner Welt bist.

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04 Sylvia Catharina Hess Wohin aber gehen wir Zyklus Zerbrechliche Paradiese Serie Memory Flashes 2025_26 Acryl auf LW 100 x 120 cm

Bilder, die Anker sind im Strom der Zeit.
Sie schenken deinen Augen einen Ruhepunkt an der Wand.

Sylvia Catharina Hess_2026_Foto_Harald_Braem

Ich bin Sylvia Catharina Hess, Künstlerin.

Galerie Hovestadt · Expertise

Sylvia Catharina Hess

Zur künstlerischen Position


Sylvia Catharina Hess malt die Verbundenheit des Menschen mit einer Welt, deren Schönheit nicht von ihrer Gefährdung zu trennen ist.

Im Zentrum ihrer figurativen Malerei steht daher weder der Mensch als autonomes Individuum noch die Natur als unberührtes Gegenüber. Vielmehr untersucht sie das Verhältnis zwischen beiden: den Menschen als Teil eines größeren Zusammenhangs, eingebunden in Landschaft, Erinnerung und Zeit – getragen von der Welt und zugleich ihren Veränderungen ausgesetzt.

Wie einen Fixstern verfolgt die Malerin diese Thematik über unterschiedliche Werkzyklen hinweg. Bereits früh verbindet sie die menschliche Figur mit literarischen, biografischen und gesellschaftlichen Erzählungen – eine Verbindung, die auch aus ihrem eigenen Schreiben erwächst: Hess verfasst Erzählungen, Kurzgeschichten und Gedichte, häufig mit Bezug zu Sagen und überlieferten Stoffen. Diese Doppelbegabung als Malerin und Autorin prägt ihre Bildsprache bis heute; das Erzählerische ist ihr nicht äußerlich zugefügt, sondern Teil der künstlerischen Grundhaltung.

In den neueren Arbeiten verdichtet sich dieses Interesse zu einer Malerei der Allverbundenheit. Figuren erscheinen zwischen Pflanzen, Bäumen, Wasserflächen und landschaftlichen Elementen; Innen- und Außenräume gehen ineinander über, Gegenwart und Erinnerung überlagern sich. In der Werkgruppe „Memory Flashes" (2025/26) greift Hess auf Fotografien aus dem familiären Archiv zurück. Die fotografische Vorlage wird dabei nicht dokumentarisch reproduziert, sondern in einen neuen malerischen Kontext versetzt und in einen Landschaftsgrund integriert. Das private Erinnerungsbild öffnet sich so zu einer allgemeineren Reflexion über Herkunft, Vergänglichkeit und menschliche Zugehörigkeit. Was zunächst harmonisch wirkt und eine Ordnung vermittelt, erfährt bei genauerer Betrachtung feine, doch empfindliche Störungen.

Mit dem Zyklus „Zerbrechliche Paradiese" (2025) findet diese Entwicklung ihre gegenwärtig klarste Form. Der Begriff des Paradieses bezeichnet bei Hess keinen unversehrten Sehnsuchtsort. Er steht vielmehr für jene kostbaren, oft unscheinbaren Zustände von Nähe, Schutz und Lebendigkeit, deren Wert gerade durch ihre zeitliche Begrenztheit erfahrbar wird. Die Schönheit der Natur erscheint deshalb nicht idyllisch ins Überirdische entrückt, sondern als fragiles Gefüge, in dem Geborgenheit und Bedrohung gleichzeitig gegenwärtig sind.

„Verbundenheit bedeutet bei Hess nicht dauerhafte Harmonie oder Illusion, sondern die bewusste Anerkennung von Abhängigkeit, Wandel, Zerstörung und Ungewissheit."

Biografische Dringlichkeit erhält dieses Thema durch Hess' Leben auf La Palma und ihre unmittelbare Erfahrung des Vulkanausbruchs von 2021. Aus dem eigenen Garten beobachtete sie das Fortschreiten der Lava, die Feuersäulen und die Zerstörung vertrauter Lebensräume. Natur begegnet ihr seither noch deutlicher in ihrer Doppelgestalt: als nährende, überbordende schöne Lebenswelt und als elementare (Ur-)Kraft, die sich menschlicher Kontrolle entzieht. Diese Ambivalenz bewahrt ihre Malerei vor einer romantisierenden Naturauffassung. Verbundenheit bedeutet bei Hess nicht dauerhafte Harmonie oder Illusion, sondern die bewusste Anerkennung von Abhängigkeit, Wandel, Zerstörung und Ungewissheit.

Ihre künstlerische Position liegt damit in einer Malerei, die persönliche Erinnerung, menschliche Existenz und Naturerfahrung zu poetischen Denk- und Resonanzräumen fusioniert. Sylvia Catharina Hess malt keine verlorenen Paradiese. Sie macht sichtbar, dass wir uns immer schon inmitten eines Paradieses befinden – eines lebendigen, gefährdeten und nur auf Zeit anvertrauten Zusammenhangs.

© Dr. Gabriele Hovestadt · Galerie Hovestadt
Sylvia Catharina Hess Intro Gemälde3
Frühling am Wasser, 2024

Ich male für Menschen, die die Natur lieben.
Die spüren, dass Mensch und Natur vernetzt sind.

Ich male für Menschen, die ihren Platz gefunden haben
und verwundert auf eine Welt blicken,
die in ständigem Wandel ist.

Ich male für Menschen wie dich,
die mitten im Leben stehen
und sich manchmal fragen,
wohin das Rad sich dreht.


Ich bin der Schönheit unserer Welt auf der Spur,
die verletzlich ist
und die wir hüten müssen
wie schöne Erinnerungen aus unserem Leben.

Meine Bilder sind für Menschen wie dich,
die noch Augen haben für die Wunder dieser Welt.

Denn es gibt sie noch,
in den kleinen Dingen.
In dem, was uns oft so selbstverständlich erscheint,
so alltäglich.
Bis wir genauer hinsehen.


Die Natur hat in dieser Welt eine Schlüsselposition.
Sie kann uns stärken und uns Halt geben.
Diese Erkenntnis fließt in meine Bilder ein.


So kann ein Bild zum Anker im Strom der Zeit werden.

Es schenkt deinen Augen einen Ruhepunkt an der Wand.
Der Blick taucht ein und der Geist findet Ruhe.


Vielleicht brauchst gerade du
so einen Ankerplatz an deiner Wand.

Ein Bild, das dir Kraft gibt
und dich spüren lässt, dass du lebst.
Jeden Tag, wenn du es anschaust.

Denn es ist kein Zufall,
wenn ein Bild dich berührt.

S. C. Hess Schau und Lausche 20205Zyklus Zerbrechliche Paradiese Was der Wald erzählt 70 x 50 cm Kopie
Schau und lausche, 2025
Pinselstrich1

Wo ich lebe

03 Sylvia Catharina Hess Zwischen Welten 2023 Zyklus Zerbrechliche Paradiese Acryl auf LW 140 x 90 cm
Zwischen Welten, 2023

Ich pendele zwischen zwei Welten: Ingelheim am Rhein und die Kanareninsel La Palma sind meine Wohnorte. Beide mit herrlicher Natur, jeder auf seine Weise.

Am Rhein, inmitten von Industrie und Verkehrsströmen zu Wasser, an Land und in der Luft, wird mir die Verletzlichkeit der Natur immer wieder bewusst. Und doch ist es schön hier, und es finden sich noch nahezu unberührte Nischen am Altrhein, die erahnen lassen, wie das Land früher einmal ausgesehen hat. Auch die vom Menschen geschaffene Natur aus Wein- und Obstanbau hat ihren visuellen Reiz.

Auf La Palma spüren wir noch stark, dass Mensch und Natur vernetzt sind. Viele kommen im Urlaub auf die Insel und entschließen sich zu bleiben, weil sie etwas finden, das ihnen in Hektik und Stress ihrer Herkunftsländer verloren zu gehen droht: Ruhe, freundlich zugewandte Menschen und intakte Natur.

Wie stark der Mensch von ihr abhängt, hat uns eindrücklich der Ausbruch des Vulkans Tajogaite im Jahr 2021 gezeigt. In meinem Blog erzähle ich dir ausführlicher davon. Ich war vor Ort, und was ich in diesen Monaten erlebt und gesehen habe, hat mich zu meinem aktuellen Bilderzyklus geführt: Seit 2023 male ich „Zerbrechliche Paradiese“.